Orientalische Krippe

Unter den vielen Krippen, die in der Adventszeit in Kirchen und Klöstern zu betrachten sind, ist die orientalische Krippe die wohl bekannteste und beliebteste. Sie zeigt, wie wir uns die Geburt Christi in der fernen Stadt Bethlehem im Vorderen Orient, dem heutigen Israel, vorstellen.

In keiner anderen Krippe sind die drei heiligen Könige so aufwändig gekleidet und so opulent ausgestattet wie bei der orientalischen Krippe. Reich verzierte Samtmäntel mit aufwändigen Verbrämungen und Goldbiesen zeigen den Reichtum der orientalischen Herrscher und lassen sie auf einen Blick aus der Masse der armen Landbevölkerung um Maria und Josef herum herausstechen.

Weihrauch, Myrrhe und Goldschmuck tragen sie bei sich, um sie dem neu geborenen König, dem Jesuskind zu überbringen. Ihre große Entourage mit unzähligen Dienern, Windhunden und Teppichen zeugt von ihrer großen Macht und Bedeutung.

Die orientalische Krippe ist mehr noch als die venezianische Krippe aufwändig gestaltet und verziert und besteht aus unzähligen Figuren. Da es im Orient verpönt ist, Haut zu zeigen, gibt es von der orientalischen Krippe eine spezielle Ausführung, in der alle Personen, auch das kleine Jesuskind in der Wiege, bekleidet sind. Damit unterstreicht der Holzschnitzer sein Bestreben, die Geburt Jesu so wirklichkeitsgetreu wie möglich darzustellen.

Aber auch die übrigen Figuren lassen auf ihre orientalische Herkunft schließen. So tragen selbst die einfachen Hirten eine Kopfbedeckung, ihre Hosen erinnern eher an türkische Pluderhosen und ihre Gewänder reichen fast immer bis zum Boden. Alle Männer tragen einen Bart und haben fast überwiegend schwarze Haare.

Die liebevollen Details aber kann man nur erkennen, wenn man sie sich selbst ansieht. Am besten, Sie kommen einfach einmal vorbei bei der Holzschnitzerei Lepi in St. Ulrich.