Krippenfiguren Südtirol

Das Grödnertal in den Südtiroler Dolomiten ist ein schmales Seitental der Etsch, das von den mächtigen Bergspitzen der Puez-Geisler-Gruppe überragt wird; neben vielen Einzelhöfen und kleinen Weilern sind St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein die Hauptorte in diesem Tal, das zum Grödner Joch hinaufführt.

Die Holzschnitzkunst hat hier eine lange Tradition, was auch die beiden Schnitzerschulen in St. Ulrich und Wolkenstein belegen; bereits aus dem 11. Jahrhundert ist geschnitztes Holzspielzeug aus Norditalien bekannt. Im Laufe der Zeit wurde die Holzschnitzerei auch auf sakrale Themen ausgedehnt, und Krippenfiguren aus Südtirol erreichten durch ihre meisterhafte Ausführung einen sehr guten Ruf.

Mittlerweile sind in der Schnitzkunst sehr viele Lebensbereiche vertreten, auf den verschiedenen Krippendarstellungen liegt jedoch noch immer das Hauptaugenmerk; eine große Auswahl bietet die Holzschnitzerei Lepi in St. Ulrich, z.B. eine Venezianer Krippe, eine Gloria Krippe oder eine Orientalische Krippe. Wenn Sie die Geschichte von Krippenfiguren in Südtirol näher kennen lernen möchten, empfiehlt sich ein Besuch im Krippenmuseum „Maranatha“ in Luttach im Tauferer Ahrntal.

Nach wie vor ist das Holz ein entscheidender Faktor für das Gelingen einer Skulptur. Es wird überwiegend astreines Massivholz von Ahorn, Zirbel, Eiche und Linde verarbeitet (ca. 70-80 Jahre alt), das nach dem Fällen und Schneiden der Bäume einem Trocknungsprozess von etwa 4 Jahren unterzogen wird; dadurch kommt die feine Maserung besser zur Geltung und die Rissbildung wird verhindert.

Nach dem Muster der Originalfigur werden mit dem sog. Pantografen Rohduplikate angefertigt, die dann von Hand nachgeschnitzt werden und somit ebenfalls Unikate sind. Durch die abschließende Behandlung wie Bemalung, Beizung oder Vergoldung werden alle Krippenfiguren aus Südtirol zu einem unverwechselbaren Meisterstück.